Über den Mintzgarten

Der Nordbahnhof im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist eine der größten und bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungszonen Wiens. Das 75 Hektar große Gelände werden bis 2025 rund 20.000 neue Bewohner_innen mit Leben füllen. Auf rund der Hälfte des Areals ist die bauliche Entwicklung bereits abgeschlossen. Dazu zählen ein hochmoderner Schulcampus sowie Wohnanlagen, die sich unter anderem auf das Fahrradfahren spezialisiert haben oder sich dem interkulturellen Zusammenleben widmen. Die Stadt Wien sorgte auch für genügend Einkaufsmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit in einem modernen neuen Park. Mehr Info zur weiteren städtebaulichen Entwicklung des Norbahnhofs findet sich hier.

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Doch das riesige Stadtentwicklungsgebiet, in dem wir wohnen, muss sich erst zu einem lebendigen Stadtteil mit aktiver Nachbarschaft entwickeln. Darüber machten sich im Jahr 2012 auch einige von uns Bewohner_innen und die Gebietsbetreuung GB*2/20 Gedanken. Wie können tausende komplett neu zusammengewürfelte Anrainer_innen in ihrem Stadtteil zu einem Grätzel zusammenwachsen, eine Identität aufbauen, ein Wir-Gefühl?
Ganz einfach: wir gründen Gemeinschaftsgärten!

Die Gebietsbetreuung unterstützte uns Bewohner_innen: sie suchte und fand einen möglichen Standort für einen ersten Gemeinschaftsgarten – ein ungenutztes, sich selbst überlassenes Grünareal vor dem Gertrude-Fröhlich-Sandner Schulcampus. Und wir legten los.

Wir gründeten Ende 2012 den Verein Mintzgarten, Trägerverein unseres Gartenprojekts. Im Frühling 2013 bepflanzten wir die ersten Beete und 2014 wurde der Mintzgarten noch erweitert, sodass hier mittlerweile 19 Bewohner_innen des Nordbahnhofs die Möglichkeit zum gemeinsamen Garteln nützen können. Benannt haben wir den Garten nach Fanny Mintz (1892-1944), die am Nordbahnhof mit einer Straßenbenennung geehrt wird. Sie wurde 1943 vom Nordbahnhof weg ins KZ Theresienstadt deportiert, von dort 1944 ins KZ Ausschwitz gebracht und ist seither verschollen.

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Das gesamte Projekt, vom gemeinsamen Aufbau bis zum tagtäglichen Gärtnern, soll sozialen Zusammenhalt schaffen. Wir wollen aber auch einen Aktions- und Entspannungsraum für alle bieten, das durch Wohnbau-Monokultur geprägte Grätzel beleben und die interkulturelle Begegnung fördern. Wir wollen Obst, Gemüse und Kräuter anbauen und ernten, unser Saatgut selbst produzieren, uns gegenseitig gärtnerische Fähigkeiten und Kompetenzen beibringen und uns über Alltagswissen und Kulturtechniken austauschen, Obst und Gemüse unmittelbar und regional beziehen und den zweiten Bezirk verschönern und begrünen.

Derzeit sind alle Beete im Mintzgarten vergeben. Bei Interesse an einem Beet im Mintzgarten kannst du dich gerne auf unsere Warteliste setzen lassen. Schreib einfach eine Email an mintzgarten@gmail.com.

Die Gebietsbetreuung für den 2. Bezirk ist zudem immer auf der Suche nach weiteren Flächen für künftige Gemeinschaftsgärten im 2. Bezirk. So wurde 2015 aus der Brachfläche unmittelbar neben dem Mintzgarten der „Erna-Popper-Garten“ und die ungenutzte Fläche vor einem Supermarkt verwandelte sich in das „Vorgartl“. Nähere Informationen zu den Gemeinschaftsgärten am Nordbahnhof und Umgebung bietet die Gebietsbetreuung. Wir empfehlen dir daher, dich auch bei der Gebietsbetreuung wegen eines Beets zu melden unter: mitte@gbstern.at.

Alle engagierten Menschen, die selbst gerne Initiative ergreifen möchten, unterstützen wir gerne mit unserem Know-How sowie mit diesem Leitfaden zur Gründung eines Gemeinschaftsgartens.

Kontakt: mintzgarten@gmail.com

 

Unterstützt von:

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