Über den Mintzgarten

Der Nordbahnhof im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist eine der größten und bedeutendsten innerstädtischen Entwicklungszonen Wiens. Auf dem 75 Hektar großen Gelände werden bis 2015 rund 10.000 neue Wohnungen entstehen. Die ersten 20 Wohnbauten wurden schon bezogen, ebenso ein hochmoderner Schulcampus. Zwei der Wohnanlagen haben sich auf das Fahrradfahren spezialisiert, ein Wohnbau ist dem interkulturellen Zusammenleben gewidmet, ein Geriatriezentrum und ein Student_innenheim erfreuen sich großer Beliebtheit und demnächst eröffnet das größte Jugendzentrum der Stadt Wien seine Pforten. Die Stadt Wien sorgte auch für genügend Einkaufsmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit in einem modernen neuen Park.

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Doch das riesige Stadtentwicklungsgebiet, in dem wir wohnen, muss sich erst zu einem lebendigen Stadtteil mit aktiver Nachbarschaft entwicklen. Darüber machten sich im Jahr 2012 auch einige von uns Bewohner_innen und die Gebietsbetreuung GB*2/20 Gedanken. Wie können tausende komplett neu zusammengewürfelte Anrainer_innen in ihrem Stadtteil zu einem Grätzel zusammenwachsen, eine Identität aufbauen, ein Wir-Gefühl?
Ganz einfach: wir gründen Gemeinschaftsgärten!

Die Gebietsbetreuung unterstützte uns Bewohner_innen: sie suchte und fand einen möglichen Standort für einen ersten Gemeinschaftsgarten – ein ungenutztes, sich selbst überlassenes Grünareal vor dem Gertrude-Fröhlich-Sandner Schulcampus. Und wir legten los.

Wir gründeten Ende 2012 den Verein Mintzgarten. Er ist der Trägerverein unseres Gartenprojekts und umfasst derzeit 14 Bewohner_innen des Nordbahnhofes, die meisten sind engagierte Frauen. Benannt haben wir ihn nach der Fanny Mintz (1892-1944), die am Nordbahnhof mit einer Straßenbenennung geehrt wird. Sie wurde 1943 vom Nordbahnhof weg ins KZ Theresienstadt deportiert, von dort 1944 ins KZ Ausschwitz gebracht und ist seither verschollen.

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Das gesamte Projekt, vom gemeinsamen Aufbau bis zum tagtäglichen Gärtnern, soll sozialen Zusammenhalt schaffen. Wir wollen aber auch einen Aktions- und Entspannungsraum für alle bieten, das durch Wohnbau-Monokultur geprägte Grätzel beleben und die interkulturelle Begegnung fördern. Wir wollen Obst, Gemüse und Kräuter anbauen und ernten, unser Saatgut selbst produzieren, uns gegenseitig gärtnerische Fähigkeiten und Kompetenzen beibringen und uns über Alltagswissen und Kulturtechnischen austauschen, Obst und Gemüse unmittelbar und regional beziehen und den zweiten Bezirk verschönern und begrünen.

Alle Beete im Mintzgarten sind vergeben. Die Gebietsbetreuung für den 2. Bezirk führt aber eine Interessent_innen-Liste und sucht bereits nach weiteren Flächen für künftige Gemeinschaftsgärten im 2. Bezirk. Interessierte können sich gerne an Frau Corona Davit-Gsteu wenden unter gb2(at)gbstern.at. Alle engagierten Menschen, die selbst gerne Initiative ergreifen möchten, unterstützen wir gerne mit unserem Know-How sowie mit diesem Leitfaden zur Gründung eines Gemeinschaftsgartens.

Kontakt: mintzgarten(at)gmail.com

 

Unterstützt von:

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